Weinregionen in USA:

Auch wenn schon um 1600 die europäischen Einwanderer den ersten Wein aus heimischen Trauben kelterten, so hat der Anbau und die Erzeugung von Qualitätswein in Nordamerika eine noch sehr junge Geschichte. Aus Europa eingeführte Rebstöcke gingen aus verschiedenen Gründen ein und die im 19. Jahrhundert entdeckte Kreuzung namens Alexander hatte einen Geschmack, der an Fuchs erinnerte. Also nicht gerade attraktiv. Anders als im Osten verlief die Entwicklung im klimatisch wesentlich begünstigteren Westen und Süden der USA. Dort verbreiteten die Franziskanermönche den Weinanbau. Von 1769 an zogen diese langsam nach Norden und gründeten Missionsstationen bis sie 1823 schließlich die letzte und nördlichste in Sonoma errichteten. Mit dem Einsatz des Goldrausches ab 1848 um Sacramento im heutigen Central Valley nahm der Weinanbau einen bis dato ungeahnten Aufschwung und die Weinanbauflächen breiteten sich schnell aus. Ab 1880 wurde der Weinanbau wissenschaftlich begleitet und ein weiterer Wachstumsmotor war die Eröffnung der transkontinentalen Eisenbahnlinie, mit der sich auch der wohlhabende Osten der USA besser erschließen ließ. Diese frühe Blüte machte das Auftreten der Reblaus in wenigen Jahren zunichte. Sie zerstörte die gesamten Anpflanzungen der Westküste in den darauffolgenden zwei Jahrzehnten. Kurioserweise half gegen dieses gefräßige Insekt eine resistente Pfropfunterlage, die aus Amerika kam. Kaum war dieser Schlag halbwegs verdaut, machte die Prohibition von 1920 bis 1933 der Weinindustrie wiederum den Garaus. Daran folgte die große Depression und der Zweite Weltkrieg. Ende der 40iger Jahre hatten nur 15% der kalifornischen Kellereien diese Schläge überlebt. Die Fahne der wirklichen Spitzenqualitäten hatten in der Zeit bis in die 60iger Jahre nur Weingüter wie Beaulieu Vineyards und Inglenook hochgehalten. Der nächste wirkliche Aufschwung kam erst in den 60iger Jahren. Dieser spielte sich fast ausschließlich in Kalifornien ab und ist in dem Kapitel näher beschrieben. Auch in den USA wusste man natürlich lange um die besondere Eignung bestimmter Gebiete und hat diese in American Viticultural Areas (AVA) eingeteilt. Die Bestimmungen und Beschränkungen hier sind wesentlich weiter gefasst als in Europa. Wird die Rebsorte auf dem Etikett genannt, muss diese zu 75% im Wein enthalten sein, während 85% der Trauben aus dem auf dem Etikett genannten Bereich stammen müssen. Wird die Herkunft auf dem Etikett noch enger durch die Nennung einer Lage definiert, müssen 95% der Trauben aus dieser Lage stammen, ebenso müssen 95% der Trauben aus dem genannten Jahrgang stammen. Insgesamt gibt es fast 200 verschiedene AVA's in USA, die Hälfte allein in Kalifornien. Ähnlich also wie in Europa, je genauer die Bezeichnung auf dem Etikett, desto strenger auch die Vorschriften. Es gibt jedoch keine Vorschriften über den Einsatz bestimmter Trauben, Höchsterträge, Erntebeginn und ähnliches. Im positiven Sinne läßt es dem Winzer viel Freiheit, um seine Wünsche und Visionen zu verwirklichen und die Amerikaner mit ihrer Aufgeschlossenheit am Neuen und der ausgeprägten Neugier nutzen diese Freiheit für sich oft im positiven Sinne.

Regionen: Winzer:
Kalifornien  
 
Napa Valley  
  - Larkmead Winery
  - Anderson's Conn Valley Vineyard
  - Outpost Winery
  - Tablas Creek
  - Ridge Vineyards
 
Oregon  
  - Evening Land Vineyard
 
Sonoma  
  - Evening Land Vineyard