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Weine aus Kalifornien

"Enjoy the way we live in the wines we make" ist ein Slogan des kalifornischen Weininstituts und er impliziert hintergründig so Einiges, was wir Europäer mit Kalifornien in Verbindung bringen oder gar erwarten. Großzügigkeit, Offenheit, Freundlichkeit, ein entspanntes oder gar sorgenfreies Leben unter stets sonnigem Himmel. Alles wahr und alles falsch. Kalifornien erfüllt alle Klischees und ist doch ganz anders. Es ist, um es auf einen Punkt zu bringen, ein Staat der gewaltigen Gegensätze in nahezu jeder Beziehung. Auf jeden Fall immer eine Reise wert und sei es nur, um sich ein eigenes Bild vom "gelobtem Land" zu machen. Auch so ein Klischee, das durchaus ein oder mehrere Körnchen Wahrheit enthält. Auf jeden Fall nutzen die kalifornischen Weingüter den viel größeren Spielraum, der ihnen von der Gesetzgebung und von der Natur gegeben wird: Spitzen-Weingüter, um den bestmöglichen Rotwein oder Weißwein zu erzeugen, Massenproduzenten, um ungeahnte Hektarerträge erzielen zu können. Nicht ohne Grund ist das weltweit größte aller Weingüter hier ansässig (Gallo & Gallo). Seit vor fast 250 Jahren spanische Missionare den Anbau von Wein hier einführten, hat dieser Zweig der Landwirtschaft einige Höhen und Tiefen erlebt. Der Tiefpunkt zeigte sich sicherlich mit der Prohibition in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als nahezu die gesamte Produktion von Wein zum Erliegen kam und die meisten Weingüter aufgegeben werden mussten. Der vorläufige Höhepunkt wird sicherlich in unserer aktuellen Zeit erreicht, in der mehr und mehr vor allem kleine Weingüter danach streben, Top-Rotweine und Weißweine zu erzeugen.

Heute hat Kalifornien, welches eine Fläche so groß wie Deutschland, Belgien und die Niederlande zusammen bedeckt und rund 1200 km lang ist, rund 208.000 Hektar bepflanzte Rebfläche. Die bekanntesten und erfolgreichsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay und der bei uns recht unbekannte Zinfandel. Etwa 1600 Weingüter sind in Kalifornien ansässig wobei das Napa Valley als der beste Bereich für die Erzeugung hochwertiger Rotweine und auch Weißweine gilt. Die Größe von Kalifornien allein macht klar, dass es nicht DAS kalifornische Klima geben kann. Charakteristisch für Kalifornien und bestimmend für das Klima sind die beiden Gebirgszüge, die beide in Nord-Süd Richtung verlaufen. Auf der westlichen Seite der Coast Mountains herrschen mäßig warme Sommer, geringe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit vor. Zwischen den beiden Bergzügen ist es deutlich wärmer, ja heiß und viel trockener. Hier befindet sich im sogenannten Central Valley die größte zusammenhängende Fläche für Obst und Gemüseanbau weltweit. Dazwischen gibt es eine Vielzahl von Mischformen aus den beiden beschriebenen Polen. Eine einmalige Ausprägung eines besonderen Klimas besitzt das Napa Valley. Mehr dazu im entsprechenden Kapitel.

Es leuchtet ein, dass nahezu jede Traube hier eine Nische findet, in der sie optimale Bedingungen antrifft. Somit ist auch die Bandbreite der hier erzeugten Weine riesengroß und genauso wenig, wie es DEN Kalifornier oder DAS Kalifornien gibt, gibt es DEN Wein aus Kalifornien. Cabernet Sauvignon aus dem Süden in Kalifornien wird ganz anders ausfallen als zum Beispiel Cabernet Sauvignon aus den Höhenlagen der Santa Cruz Mountains bei San Francisco. Aber die Möglichkeiten sind fast grenzenlos und damit sind wir wieder beim Anfang. Es ist eben doch nicht nur Klischee......

Kaum jemand weiß, dass Kalifornien stets Vorreiter einer grünen und umweltbewussten Bewegung ist. In Kalifornien gibt es in vielen Bereichen die weltweit strengsten Umweltauflagen. Auch der kalifornische Weinanbau hat sich in erheblichem Umfang dem sustainable winegrowing verschrieben. Im Vergleich zu europäischen Bioweingütern macht Kalifornien auch hier keine halben Sachen. In nicht wenigen Weingütern kommt der Strom ausschließlich von Solardächern, Weingüter werden komplett aus Stroh erbaut, man engagiert sich übergreifend im Naturschutz und vieles mehr. Das Besondere hier ist die eng verzahnte Zusammenarbeit zwischen den Weingütern und den Behörden und den Gremien.

Leider finden die besten der kalifornischen Weine nur sehr schwer den Weg über den Atlantik, weil die meisten der Top-Weingüter einfach zu wenig Wein produzieren, um einen ähnlichen weltweiten Bekanntheitsgrad wie z.B. die großen Châteaus aus Bordeaux erreichen zu können. Hier in Kalifornien stehen auch eher die Rebsorten wie Cabernet Sauvignon als denn die Herkunft im Vordergrund. Wieder ein Ausnahme ist das Napa Valley. Dort hat das Terroir ähnlich wie in Frankreich einen Grad der Bekanntheit erreicht, den es im übrigen Kalifornien kaum bis gar nicht gibt. Die großen Lagen im Napa Valley besonders für Rotwein sind mittlerweile unbezahlbar geworden und wechseln daher kaum den Besitzer. Hier gibt es allerdings im Gegensatz zur alten Welt oftmals die Trennung zwischen dem Besitzer der Weinlage und dem Weingut, welches die Trauben vom Besitzer der Weinlage ankauft und dann den Wein daraus bereitet. Das Weingut schreibt dann stolz die Lage auf das Etikett und so kommt es, dass oftmals mehrere Weingüter Trauben aus der gleichen Lage beziehen. Der Besitzer der Weinlage wiederum ist auf die langjährigen Kontrakte mit den besten Weingütern stolz und wird sein ganzes Können daransetzen, höchstmögliche Qualität zu liefern. Die relativ wenigen Weingüter, die tatsächlich Stücke der besten Terroirs kaufen konnten, sind fast ausnahmslos von sehr reichen Quereinsteigern gegründet worden, die aus ihrem alten Beruf die finanziellen Möglichkeiten dafür mitbrachten. Alteingesessene Weingüter hatten und haben diesen finanziellen Spielraum nicht. Somit leben hier die unterschiedlichen Philosophien (friedlich) nebeneinander. Beide können superbe Rotweine und Weißweine hervorbringen, und beide Vorgehensweisen haben ihre Vor- und Nachteile.

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